Ausstellung von Harald Hauswald "Ruinen schaffen ohne Waffen"

Die Fotoausstellung „Ruinen schaffen ohne Waffen“ erinnert an das 25. Jahr des Mauerfalls.
Die Besucherresonanz war unerwartet hoch. Schon bei der Eröffnung kamen mindestens 250 Gäste und im Laufe der Ausstellung waren es mehr als 1.000 Besucher. Es gab mehrere Zeitzeugengespräche mit Schulklassen und Gruppen, zwei Ausstellungsgespräche und eine interessante Finissage, in der Harald Hauswald über die Entstehung vieler seiner Fotos sprach.

Harald Hauswald’s Fotografien erzählen vom DDR-Alltag. Sie zeigen die andere Seite der damals gleichgeschalteten Medienberichterstattung und dokumentieren, wie Substanz durch sinn- und verantwortungsloses werktätigen unter Führung einer arroganten Staatsbürokratie mehr und mehr verfiel.

Harald Hauswald hat diese Bilder als junger Mann aufgenommen, der wie seine gesamte Generation in dem täglichen Bewusstsein lebte, dass er nie in seinem Leben ein Konzert von Led Zeppelin live erleben wird und nie Paris, Barcelona oder gar die ägyptischen Pyramiden sehen wird. Harald Hauswald wollte und musste dieser Wirklichkeit etwas entgegen setzten, - und wurde dabei auf Schritt und Tritt von der Stasi beobachtet.

Entstanden sind starke Bilder, die bis heute ihre Kraft nicht verloren haben. Harald Hauswald ging durch die Straßen dem Zu-Fall entgegen, er fotografierte von unten was ihm auffiel und unmittelbar. Er schoss die Menschen in ihrem real-sozialistischen Alltag nicht ab, sondern er war immer bei ihnen und nahm sie liebevoll auf, in der ganzen Tragik-Komik des real-sozialistischen Alltags in der DDR. Aber er diffamierte nicht (was ihm von den DDR-Oberen damals immer wieder vorgeworfen wurde), sondern schafft im künstlerischen und mitmenschlichen Prozess des Fotografierens Nähe und Sympathie. Harald Hauswald hat Momente wahr genommen und durch seine Anwesenheit und seinen Blick mittels Auslöser kompositorisch auf den Punkt gebracht. Seine Fotos sind Schnittpunkte, die den Augenblick als Zeitdokument in zeitloser Qualität fixieren.

Wolfram Arton

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